Totenfloß
Schauspiel von Harald Mueller
Inszenierung: Reinhardt Friese
Bühnenbild: Jens Weber
Kostüme: Angelika Scheibe
Regieassistenz: Lin May Saeed
Premiere am 17. November 1993 in der Wartburg, Schwalbacher Straße
Mitteleuropa in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Chemische und radioaktive Einflüsse haben das Land verwüstet. Der Boden, die Luft
und das Wasser sind vergiftet, man berührt einander nicht ungestraft, was man ißt und trinkt, muß man vorher mit dem Geigerzahler checken. Bis
auf wenige noch bewohnbare Areale ist das Land zwischen Alpen und Nordsee unbewohnbar geworden. Endzeit also auch in der Bundesrepublik. Die
wenigen noch bewohnbaren Orte haben sich mit Mauern, elektrischen Zäunen und anderen Wehranlagen umgeben, sie werden diktatorisch regiert,
Energie ist knapp geworden, Trinkwasser wird rationiert. Eine Art modernes Mittelalter hat sich auf dem verwüsteten Kontinent breitgemacht.
Bewohner dieser Areale, die einen bestimmten Grad von chemischer Verseuchung erreicht haben, werden in das unbewohnbare Land, in die Chemiewüste
ausgewiesen. Man überantwortet sie damit dem sicheren Tod.
'Totenfloß' ist die Geschichte von vier Todgeweihten (Checker, der einarmige brutale Macho; Itai, staatstreuer Bürokrat; Kuckkuck, der als
einziger noch das Leben vor der großen Katastrophe kennengelernt hat und Bjuti, eine schöne Frau, aber halb zerfressen), die sterbend ihr
Menschsein entdecken, sich noch im Tode solidarisieren und damit die alte Wahrheit bestätigen: Es ist schade um den Menschen.
Es spielen:
Checker: Michael Sulschenko
Itai: Jochen Losert
Bjuti: Susanne Kirsch
Kuckkuck: Olaf Kell
Wartburg, Schwalbacher Straße 51, 65183 Wiesbaden
Hessisches Staatstheater Wiesbaden